Archiv der Kategorie: Text

Pixi: Die Prinzessin im Apfelbaum 

Dass ich jemals eine Prinzessinnen-Geschichte schreiben würde, habe ich so nicht kommen sehen. „Wieso?“, fragte daraufhin meine liebe Mutter. „Bis zwölf warst du doch hauptberuflich selber eine!“ Ich konnte mich an nichts erinnern, war ich doch nach meinem Dafürhalten vor allem auf harzige Bäume geklettert. Deshalb habe ich diese Geschichte zusammen mit einer Gruppe Fünfjähriger erarbeitet. Vielen Dank an Aileen im INA-Kindergarten, dass ich das durfte! Die Bilder stammen von der Illustratorin Heike Vogel, deren Prinzessinnengummistiefel hoffentlich eines Tages in Serie gehen werden. Braucht man nämlich wirklich.

Antizyklisch arbeiten 

Mein erstes Weihnachtspäckchen kam Mitte September. Der sehr tolle Carlsen-Verlag hat mich eine Weihnachtsgeschichte schreiben lassen, die dank der schönen Illustrationen von Steffi Wöhner zum sofortigen Keksebacken verleitet. Und weil Elisenlebkuchen im Herbst sowieso am besten schmecken, ist das völlig in Ordnung. Aber das Schreiben im letzten Sommer bei dreißig Grad im Schatten, das wird mir unvergessen bleiben. So antizyklisch habe ich nie zuvor gearbeitet.

Ein Garten für meinen Kirschbaum

Das war der erste Text, den ich für die online-Ausgabe der Berliner Morgenpost geschrieben habe. Garten, Bank und Kirschbaum habe ich inzwischen. Frau Hoffmann und der Dackel Fussel sind leider gestorben – aber der Rest stimmt immer noch.

Eine Brandenburgerin sucht Berlin und findet Pankow. Hier werden Bäume gepflanzt, und wer Bäume pflanzt, will bleiben.

Um es vorwegzunehmen: Ich bin gar keine Berlinerin. Das B auf meinem Nummernschild ist ein Zugeständnis an die Behörden. Keine Berlinerin bin ich seit über zehn Jahren. Friedrichshain, Mitte, Lichtenberg – ich habe mich so durchprobiert.

Es gab auch dort Menschen, die mir morgens Brötchen und abends Zigaretten verkauft haben. Kaum hatte ich mich an sie gewöhnt, schlossen sie ihren Laden und verließen den Kiez, die Stadt oder gleich das Land. Als ich nach einem mehrwöchigen Urlaub zurückkam, war der Fahrradladen eine Sparkasse. Mein Haus verfügte eines Tages über ein eigenes Nagelstudio, das kurz darauf wieder verschwand. Ein Bioladen zog ein und wieder aus. Der vegetarische Döner gegenüber war sicher sehr gut, aber nur für kurze Zeit. Verlässlichen Halt bot der Barmann hinter dem Tresen meines Stammlokals. Leider nur an drei Tagen in der Woche. Ich konnte plötzlich sehr gut verstehen, warum meine Friseurin lieber nach Irland zu ihrer Familie wollte.

Meine Nachbarn kannte ich nicht, wenn es gute Nachbarn waren. Die Namen der weniger guten Nachbarn habe ich von ihren Klingelschildern abgelesen. Morgens, schlaftrunken. Gute Nachbarn haben keine Tischkicker, keine Holzfußböden, oder wenigstens besitzen sie Teppiche. Ich bin eines Tages um 3:47 Uhr von der Party über mir aufgewacht und wusste: Ich bin zu alt für diese Gegend.

Inzwischen wohne ich schon fast zwei Jahre lang in Pankow. Große Veränderungen habe ich nicht bemerkt. Es gibt die üblichen Supermärkte. Die stellen gelegentlich ihre Regale um. Kalle Kiez, der kleine Laden um die Ecke, ist trotzdem noch da. Kaiser´s hat jetzt Club Mate. Die Steuerberaterin vorne an der Berliner Straße ist zwei Büros weiter nach rechts gezogen. Die Baustelle am U-Bahnhof Vinetastraße genießt mittlerweile Bestandsschutz.

Im Hausflur treffe ich Frau Hoffmann. Sie und ihr Mann wohnen in der Wohnung unter mir. Ich habe einen Holzfußboden, keinen Teppich, ein Kind und ein Bobbycar. Ob ich Tomaten möchte, fragt sie mich. Die sind aus ihrem Garten, es gibt dieses Jahr so viele. Der eigene Garten ist in Pankow, was im Prenzlauer Berg der Markenkinderwagen ist. Den braucht man hier, denn wer Bäume pflanzt, will bleiben. Wer Bäume pflanzt, bietet dem Alter die Stirn. Frau Hoffmann packt mir auch noch Schmorgurken ein, und für das Kind Schokolade. Das Kind freut sich. Neben dem Herd steht ein flacher Korb, in dem ein Dackel schläft. Das Kind sagt „WauWau“ und freut sich noch mehr. Der Dackel heißt Fussel. Fussel war ein Jagdhund, wenn man dem Geweih im Flur glauben darf. Jetzt ist er ein Schlafhund. Er hat sich das verdient.

Das Kind zieht mich raus in den Hof. Der Pankower bepflanzt grundsätzlich alles, deswegen ist es ein sehr schöner Hof. Hohe, alte Obstbäume stehen dort. Eine Birke, eine Kastanie und reichlich Schachtelhalm. Kleine Parzellen sind abgeteilt und mit Hecken umsäumt. Weiter hinten huscht Atze, das Eichhörnchen über den Rasen und verschwindet in einer Baumkrone.

„Da!“ ruft begeistert das Kind, das noch nicht so viele Wörter kennt, und zeigt auf einen Hauseingang. Die Tür geht auf, ein kleines Mädchen hüpft heraus. An guten Tagen spielen die beiden zusammen, an schlechten bewerfen sie sich mit Sand. Heute scheint ein guter Tag zu sein. Zwei Jungen gesellen sich dazu. Die sind schon groß, die dürfen schon mit Laserschwertern spielen und bauen sich ein Raumschiff. Ein Mädchen bringt seinen Roller mit, ein anderes holt sein Fahrrad. Auf dem Wäscheplatz flattern die Trikots einer Fußballmannschaft.

Abends hat jemand den Grill angeworfen. Ich stelle einen Salat dazu. Frisch gebackenes Brot ist auch da. „Wo das Bier steht, weißt Du ja“, sagt mein Hausmeister. Hat er Recht, weiß ich. In seinem Keller nämlich. Gelegentlich kommt eines der Kinder vorbei und macht Ketchup auf das, was es gerade in Händen hält. Ich lege die Füße hoch und sehe mir den Himmel an.

Pankow lebt ein Tempo, mit dem ich sehr gut zurecht komme. Pankow ist das erste Mal, dass ich ja sage zu Berlin. Eigentlich fehlt mir nur noch ein eigener Garten für meinen Kirschbaum. Darunter stelle ich eine Bank und schnitze ein Herz rein.

Flugzeug mit Bär.

Mit Pixi in die Ferien“ heißt die Reihe, in der meine Geschichte „Teddy fliegt in den Urlaub“ erschienen ist. „Einen Flughafen zu erklären, ohne einen Sachtext zu schreiben, kannst Du das?“, wollte die Lieblingslektorin wissen. Hab ich ja gesagt. Isses ein Buch geworden. Als ich die Illustrationen von Dirk Hennig gesehen habe, bin ich fast umgefallen: Genau richtig! Exakt der Bär, den ich mir gewünscht habe! Ich bin unglaublich froh, wie schön das geworden ist.

Fußball für Kinder erzählt

Meine ersten beiden Kinderbücher sind gerade in den Buchhandel gekommen, und die machen mich richtig dolle glücklich! Zweimal Fußball, zweimal Alltagsgeschichten. Oskar entdeckt, wer alles in einem Stadion arbeitet. Mika erspielt sich die Chance, in einer richtig guten Mannschaft zu trainieren. Aber will er das überhaupt?

Die Pixi-Reihe von Carlsen kennen alle Eltern. Es sind kleine Geschichten zum Vorlesen oder für Leseanfänger zum Selberlesen. Wenn eine lange Bahnfahrt überbrückt werden muss, es im Wartezimmer mal wieder nicht vorwärts geht oder „nur noch eine Geschichte, dann schlafe ich wirklich!“ gelesen werden muss. Alle, die für Kinder schreiben und zeichnen, möchten unbedingt wenigstens ein Pixi machen. Ich auch, na klar!

Von Iris Hardt und Joachim Krause haben meine Geschichten wunderbare Bilder dazu bekommen, die mir niemals eingefallen wären. Danke dafür! Mit Eleonore Gregori vom Carlsen Verlag betreut mich seit einer Weile die beste Lektorin, die sich Kindergeschichten und ihre Autorinnen nur wünschen können. Vielen Dank!

Handwerk in Brandenburg

Wer sich für Brandenburg jenseits der Reiseführer interessiert, aber trotzdem viel echtes Brandenburg sehen möchte, dem sei „Nicht von gestern! Handwerk in Brandenburg“ empfohlen.

Die Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte hat dem Land Brandenburg eine Buchreihe gewidmet, die sich in jedem Jahr auf ein anderes Thema konzentriert. 2016 steht das Handwerk im Mittelpunkt. Ich habe für diesen Band fotografiert und einen Text über drei außergewöhnliche Handwerksbetriebe beigesteuert. Die Korbflechterei von Bodo und Edeltraut Schulz in Neuenhagen, die Wollmanufaktur von Stephanie Zins in Lüdersdorf und die Seifensiederei von Anke Thoma in Buchenhain zeigen, wie altes Handwerk neu interpretiert werden kann.

Etwas, das ich selbst erst entdeckt habe, als ich das fertige Buch in der Hand hielt, sind die großartigen Porträtfotos von Frank Gaudlitz. Zwischen den einzelnen Textbeiträgen, die das Thema Handwerk aus allen möglichen Perspektiven betrachten, stehen immer wieder seine umfangreichen Fotostrecken. Gaudlitz zeigt dabei nicht nur, wie weit das Spektrum der Berufe reicht. Er vermittelt auch, auf welche Charaktere man hier trifft.

Nicht von gestern! Handwerk in Brandenburg
Herausgegeber: Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH
Redaktion: Ulf Jacob
Verlag: Koehler & Amelang
19,95 EUR

Vorgelesen.

Meine ersten beiden Lesetermine mit dem grünen Buch liegen hinter mir. Ich war bei Fred&Bock auf der Dachterasse, ich war bei Wiebke im BuchSegler. Vorlesen war der Teil an der Sache mit dem Buch, der mich zunächst etwas geängstigt hatte. Vorlesen hat sich als super Sache herausgestellt! Habt vielen Dank dafür.

Für das Foto danke ich Sebastian Fiebrig, und nein: Das ist kein FDJ-Hemd. Es ist das einzig wahre Torwarttrikot.

Bring mich zum Rasen.

Mein erstes Buch ist fertig. „Bring mich zum Rasen“ heißt es, seit dem 1.August 2014 ist es im Buchhandel erhältlich. Seitdem haben immer wieder liebe Menschen über Twitter und Facebook Fotos geschickt, wo sie es gerade auspacken, hinlegen, lesen. Ich finde das sehr, sehr großartig! Vielen lieben Dank euch!

Außerdem war ich in der vergangenen Woche dreimal bei Radio-Interviews. Unter anderem habe ich die bezaubernden Menschen von bei Flux FM besucht, etwas über das Rasen-Buch erzählt und auch daraus vorgelesen. Könnt ihr nachhören, wenn ihr wollt.

Wer lieber selber liest: Ihr könnt es entweder direkt beim Schwarzkopf Verlag, bei Amazon oder im Buchladen bei euch um die Ecke kaufen.

Stefanie Fiebrig: Bring mich zum Rasen
Wie Fußball mein Leben veränderte – 26 Geschichten vom Spielfeldrand
ISBN 978-3-86265-352-2
August 2014
9,95 EUR (D)